Atembewegt – Atembewegung ist Kunst

Atem­be­wegt ist eine Wei­ter­ent­wick­lung des Erfahr­ba­ren Atems und för­dert ins­be­son­de­re den Weg von der inne­ren Sub­stanz in den Aus­druck und die Gestal­tung nach außen. Ich habe dazu ein spe­zi­el­les Pro­gramm – atem­be­wegt – ent­wi­ckelt, das sicht­bar macht, wie eine tie­fe, inne­re Intel­li­genz und Wahr­heit sich auf­grund vom Atem initi­ier­ten Bewe­gun­gen zeigt, nach außen durch­setzt und gestal­tet.

Atem­be­we­gung, ent­ste­hend durch Ein­a­tem – Aus­atem – Atem­ru­he, ist ein schöp­fe­ri­scher Pro­zess, der schon von alten Kul­tu­ren erkannt wur­de und als „Wind des mensch­li­chen Geis­tes“, das Leben selbst, bezeich­net wur­de. Mit dem Glau­ben dar­an, dass unser Geist, unse­re See­le von unse­rem Atem getra­gen und bewegt wird. Wenn der Leib vom zuge­las­se­nen Atem bewegt wird, wer­den See­le und Geist sicht­bar.

Im atem­be­wegt Pro­gramm wird der see­lisch-geis­ti­ge Inhalt des beweg­ten Atem­lei­bes erkannt, erfah­ren und umge­setzt. In Grup­pen von 8 bis 12 Teilnehmer/Innen wird dies durch spe­zi­el­le Sequen­zen geübt, die fol­gen­de Ansät­ze als Grund­la­ge haben:

  • Das direk­te und das erwei­ter­te Emp­fin­dungs­be­wusst­sein.
  • Eine Samm­lungs­fä­hig­keit, die sich von innen, aus der Mit­te groß­zü­gig nach­au­ßen aus­brei­tet und dadurch das Eige­ne als Teil eines gro­ßen Gan­zen­er­fah­ren wird.
  • Eige­ne Atembewegung/ eige­ner Atem­rhyth­mus — ande­re Atembewegung/anderer Atem­rhyth­mus. Durch die bei­den obe­ren Punk­te wer­den die­in­di­vi­du­el­len Rhyth­men im Gan­zen dif­fe­ren­ziert wahr­ge­nom­men und es wird­ge­übt, sie auch so zu las­sen.
  • Das drei­di­men­sio­na­le Emp­fin­den von Atem­be­we­gung und somit das­Emp­fin­den eines drei­di­men­sio­na­len, sub­stanz­haft beweg­ten Atemleibes.Daraus ent­steht das Wahr­neh­men des „skulp­tie­ren­den” Atem­lei­bes. Eine­genaue­re Beschrei­bung des „skulp­tie­ren­den” Atem­lei­bes ist im Abschnitt „Der­skulp­tie­ren­de Atem­leib“ zu fin­den.
  • Der „skulp­tie­ren­de” Atem­leib als mein indi­vi­du­el­ler Bei­trag ins gro­ße Ganze,im Zusam­men­spiel mit den ande­ren indi­vi­du­el­len Bei­trä­gen.
  • Mein indi­vi­du­el­ler Bei­trag im Zusam­men­spiel mit den ande­ren authentischen,individuellen Bei­trä­gen als schöp­fe­ri­scher Akt.

Die Schön­heit und Ein­zig­ar­tig­keit des Zusam­men­spiels der sicht­ba­ren Atem­be­we­gun­gen wer­den als künst­le­ri­scher Aus­druck erlebt. Am Ende eines atem­be­wegt Pro­gramms wird dies von der Grup­pe in einer Performance/Präsentation in der Öffent­lich­keit gezeigt. Die Darbietungen/Performances sind ca. eine hal­be Stun­de lang und bestehen aus vier bis fünf ein­zel­nen Stü­cken, die von der Grup­pe als Gan­zes, in Solos oder Duet­ten gezeigt wer­den.

Um den Aspekt des Aus­drucks und die Ver­bin­dung zwi­schen innen und außen sowie dem Per­sön­li­chen und Kol­lek­ti­ven zu unter­stüt­zen, wer­den die Darbietungen/Performances in einen Raum gestellt der mit Öffent­lich­keit und Kunst zu tun hat, z.B. Kunst-Muse­en, öffent­li­che Parks, Flug­hä­fen, Bahn­hö­fe, Hafen­an­la­gen, etc. In der Bei­la­ge fin­den Sie links zu Video­auf­zeich­nun­gen von sol­chen Dar­bie­tun­gen.

Ein wesent­li­cher Bestand­teil für die Inte­gra­ti­on einer Ent­wick­lung zwi­schen innen und außen ist das Zei­gen, das „sich Stel­len in sei­ner Wahr­heit“ im Außen. Dies war auch eine Moti­va­ti­on für mich die­ses spe­zi­el­le atem­be­wegt Pro­gramm zu ent­wi­ckeln, denn der Erfahr­ba­re Atem, so wie er tra­di­tio­nell unter­rich­tet wird, beschränkt sich, nach mei­ner Erfah­rung, zu sehr auf inne­re Pro­zes­se und ver­nach­läs­sigt den Weg und die Inte­gra­ti­on der per­sön­li­chen, inne­ren Erfah­run­gen ins Außen und ins gro­ße Gan­ze. So wie mein Spe­zi­al­pro­gramm „Ent­wick­lung und Part­ner­schaft“, stützt sich auch atem­be­wegt auf die Grund­la­gen des Erfahr­ba­ren Atems und benutzt des­sen Gesetz­mä­ßig­kei­ten.

Jede Bewe­gung, jeder Aus­druck der von mei­nem zuge­las­se­nen Atem initi­iert und­ge­stal­tet wird, zeigt mei­ne Wahr­heit. Ich erfah­re mich in mei­ner Wahr­heit und­gleich­zei­tig erfah­re ich auch, wie die­se Wahr­heit dadurch zu mei­nem Bei­trag für ein­Gleich­ge­wicht im gro­ßen Gan­zen wird. So ist das Leben mei­ner Wahr­heit nicht nur­heil­sam für mein Inne­res, son­dern wird zum selbst­ver­ant­wort­li­chen und heil­sa­men­Bei­trag ins gro­ße Gan­ze.

Work­shop: atem­be­wegt in Dar­ry / Pan­ker (Ost­see), 23.–27.08.2019

Dar­ry / Pan­ker, 2018 August: atem­be­wegt
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