Entwicklung und Partnerschaft

Wenn wir den Atem gut kom­men las­sen und zulas­sen und dabei emp­fin­dungs­be­wusst die Atem­be­we­gung wahr­neh­men, stel­len wir fest, dass jede­r­A­tem­zy­klus – Ein­a­tem, Aus­atem, Pau­se – ver­schie­den ist. Jeder Atem­zy­klus zusam­men bil­det einen Atem­rhyth­mus. Rhyth­mus wird hier nicht als etwas­Re­gel­mä­ßi­ges ver­stan­den, son­dern der Atem­rhyth­mus kann sich jeder­zeit ändern. Muss sich ändern kön­nen, denn die Intel­li­genz, mit der der Atem ver­bun­den ist, muss­je­der­zeit die Mög­lich­keit haben, dem Atem zur Ver­fü­gung zu ste­hen, umGleich­ge­wicht und Wohl­be­fin­den im Gan­zen zu unter­stüt­zen. Dies kann nur­ge­sche­hen, wenn die ein­zel­nen Atem­zy­klen die Frei­heit haben, sich so zu entfalten,wie sie gebraucht wer­den, um die­ses Gleich­ge­wicht zu wah­ren.

Im zuge­las­se­nen Atem reflek­tiert sich das tie­fe Wis­sen über mein Dasein, über mein Wesen. Dar­in ent­hal­ten ist auch das Ange­bot an mich, was gebraucht wird, um mein Wesen zu ver­wirk­li­chen.

Der Atem­rhyth­mus wird so zum wich­ti­gen Indi­ka­tor jedes bewuss­ten und unbe­wuss­ten Gesche­hens, innen und außen. Mein indi­vi­du­el­ler Atem­rhyth­mus zeigt mein Sein, mei­ne Per­sön­lich­keit. So wird der Atem/Atemrhythmus die Basis an der wir uns in unse­rer Arbeit Ent­wick­lung und Part­ner­schaft ori­en­tie­ren.

Der Atem/Atemrhythmus eröff­net uns den Zugang sowohl zu dem, was als nächs­ter Schritt in unse­rem per­sön­li­chen Pro­zess not­wen­dig ist, als auch zu dem, was in unse­rer part­ner­schaft­li­chen Ent­wick­lung not­wen­dig ist.
Bewe­gung aus dem Atem ist schlicht­weg die Fort­set­zung unse­res inne­ren, wesent­li­chen Atems, in der Bewe­gung nach außen, in die Welt. Mein Leib wird vom Atem bewegt und ich neh­me dar­an teil. Natür­li­cher­wei­se kommt der Wunsch nach Dia­log mit dem Außen und Part­ner­schaf­ten, Bezie­hun­gen ent­ste­hen.

Die Arbeit Ent­wick­lung und Part­ner­schaft stützt sich auf die Grund­la­gen des Erfahr­ba­ren Atems und benutzt des­sen Gesetz­mä­ßig­kei­ten. Bis jetzt sind fünf zwei­jäh­ri­ge Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen in die­ser Arbeit in den USA und in Deutsch­land abge­schlos­sen wor­den. Erst­mals ange­bo­ten in Ber­ke­ley in 2002. Die Grund­sät­ze der Ent­wick­lungs- und Part­ner­schafts­ar­beit sind inte­grier­ter Bestand­teil des Aus­bil­dungs-Cur­ri­cul­ums von Brea­thEx­pe­ri­ence Ber­ke­ley-Ber­lin.

*Wenn Men­schen sich begeg­nen und dar­in unter­stützt wer­den, dass sie ihren Atem­zu­las­sen, sich ein­las­sen und gleich­zei­tig auch emp­fin­dungs­be­wusst bei sich selbst blei­ben, ent­steht die Mög­lich­keit, daß sich Wahr­heit und Echt­heit durch­set­zen und­ent­fal­ten kön­nen. Der zuge­las­se­ne, emp­fin­dungs­be­wuss­te Atem sucht sich immer die Wahr­heit und das Lebens­för­dern­de, auch in der part­ner­schaft­li­chen Begeg­nung.
Ich habe die­se spe­zi­el­le Arbeit — Ent­wick­lung und Part­ner­schaft — ent­wi­ckelt, so dass sie auch in Fort- und Wei­ter­bil­dungs­kur­sen für aus­ge­bil­de­te Atempädagogen*Innen ange­bo­ten wer­den kann. Die Atemtherapeuten*Innen ler­nen dabei über den Atem zu sehen und zu emp­fin­den, wann die in einer Part­ner­schaft oder Grup­pen betei­lig­ten Men­schen von ihrem zuge­las­se­nen, authen­ti­schen Atem­rhyth­mus und so von ihrer­Wahr­heit abwei­chen und in Mus­ter fal­len, die die Bezie­hun­gen stö­ren und belas­ten kön­nen. Es wer­den Übun­gen ange­bo­ten, die ein­ge­setzt wer­den kön­nen, um die Betei­lig­ten dabei zu unter­stüt­zen, ihren zuge­las­se­nen Atem bei­zu­be­hal­ten und nicht auf­zu­ge­ben.

Der/Die Atemlehrer*Innen ler­nen in die­sem Pro­gramm auch, dass neben des Unter­stüt­zens von Spü­ren und Bei­be­hal­ten des eige­nen, zuge­las­se­nen Atems, unter ande­rem auch das Sehen und Emp­fin­den der Dyna­mik der Kom­ple­men­tär­kräf­te inbe­stimm­ten „Ach­sen” wich­tig ist. Ich nen­ne dies ger­ne „Ach­sen”, da immer zwei gegen­sätz­li­che Kräf­te an einem gleich­ge­wichts­ori­en­tie­ren Pro­zess betei­ligt sind. Die­ser Pro­zess wird sicht­bar in der Atem­be­we­gung, ganz beson­ders in der­Be­we­gung aus dem Atem.

Der/Die Atemtherapeuten*Innen ler­nen zu sehen und zu emp­fin­den, wie die­ser Pro­zess sich bei den Grup­pen und Paa­ren zeigt, mit denen sie arbei­ten. Und sie ler­nen, wie ent­spre­chen­de Ange­bo­te über den Atem die­sen Pro­zess so unter­stüt­zen, dass Gleich­ge­wicht und gesun­de Ent­wick­lung in eine Bezie­hung kom­men kann.

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